Das Berliner Schloss – mehr als nur Fassade

Vortrags- und Diskussionsreihe der Gesellschaft Berliner Schloss e.V.


Die Teilrekonstruktion des Berliner Schlosses schreitet mächtig voran. Schon jetzt ist der Beitrag der akribisch wiederhergestellten Barockfassaden zur Reparatur des historischen Stadtbildes unübersehbar. Außerdem wird mit dem sogenannten Schlüterhof eine der bedeutendsten Schöpfungen der europäischen Barockarchitektur wiedererstehen. Dagegen wird im Inneren des Humboldt-Forums fast nichts an die einstige Hohenzollernresidenz erinnern.

 In ihrem Wirken und ihren Publikationen kritisiert die Gesellschaft Berliner Schloss e.V. seit Jahren, dass nicht einmal ansatzweise auch nur ein historischer Innenraum rekonstruiert wird und von den mehreren hundert Kunstwerken, die sich aus dem Berliner Schloss erhalten haben, nicht eines an seinen ursprünglichen Ort zurückkehren soll. Außerdem verweigern die derzeit aktuellen Planungen im Außenbereich die Anknüpfung an die gestalterisch überzeugende Vorkriegssituation. Immerhin lässt sich hier Bewegung erkennen, nachdem der Bund Mittel zur Rückführung des Neptunbrunnens bereitgestellt hat.

In ihrer neubegründeten Vortragsreihe „Das Berliner Schloss – mehr als nur Fassade“ möchte die Gesellschaft Berliner Schloss e.V. in loser Folge Themen ansprechen und diskutieren, die das Berliner Schloss als historisches Ganzes in den Blick nehmen.


Der 2. Vortrag findet statt am:

Donnerstag, den 16. März 2017, um 19.00 Uhr
Rathaus Schöneberg, 1. OG, Kennedy-Saal


Dr. Fabian Hegholz:

„Karl Friedrich Schinkel und die Wohnung Friedrich Wilhelms IV. im Berliner Schloss“

Moderation: Dr. Guido Hinterkeuser

Der Architekt Fabian Hegholz, Mitarbeiter von Franco Stella beim Wiederaufbau der Schlossfassaden, stellt sein Buch über die zwischen 1824–1827 nach Plänen Karl Friedrich Schinkels ausgestattete Wohnung des damaligen Kronprinzen Friedrich Wilhelm (IV.) vor. In ihrer Vielschichtigkeit bündelten diese Räume wie ein Brennglas wesentliche architektonische Auffassungen europäischer Baukunst und bildeten eines der bedeutendsten Appartements innerhalb des Berliner Schlosses. Als Reaktion auf den baulichen Totalverlust infolge der Kriegszerstörung und der späteren Sprengung erfolgte eine umfangreiche Sammlung von historischen Plänen und Fotografien sowie eine Dokumentation erhaltener Originale und Kopien des baulichen Dekors. Dieses reiche Material war die Grundlage für Rekonstruktionszeichnungen, die jetzt eine neue Erlebbarkeit der einstigen Interieurs ermöglichen.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.