Das Berliner Schloss – mehr als nur Fassade

Vortrags- und Diskussionsreihe der Gesellschaft Berliner Schloss e.V.


Die Teilrekonstruktion des Berliner Schlosses schreitet mächtig voran und wird im kommenden Jahr pünktlich abgeschlossen sein. Schon jetzt ist der Beitrag der akribisch wiederhergestellten Barockfassaden zur Reparatur des historischen Stadtbildes unübersehbar. Außerdem ist mit dem sogenannten Schlüterhof eine der bedeutendsten Schöpfungen der europäischen Barockarchitektur wiedererstanden. Dagegen wird im Inneren des Humboldt-Forums fast nichts an die einstige Hohenzollernresidenz erinnern.

In ihrem Wirken und ihren Publikationen kritisiert die Gesellschaft Berliner Schloss e.V. seit Jahren, dass nicht einmal ansatzweise auch nur ein historischer Innenraum rekonstruiert wird und von den mehreren hundert Kunstwerken, die sich aus dem Berliner Schloss erhalten haben, nicht eines an seinen ursprünglichen Ort zurückkehren soll. Außerdem verweigern die derzeit aktuellen Planungen im Außenbereich die Anknüpfung an die gestalterisch überzeugende Vorkriegssituation. Immerhin lässt sich hier Bewegung erkennen, nachdem der Bund Mittel zur Rückführung des Neptunbrunnens bereitgestellt hat.

In ihrer 2016 begründeten Vortragsreihe „Das Berliner Schloss – mehr als nur Fassade“ diskutiert die Gesellschaft Berliner Schloss e.V. in loser Folge Themen, die das Berliner Schloss als historisches Ganzes in den Blick nehmen.


Der 5. Vortrag findet statt am:

Donnerstag, den 8. November 2018, um 19.00 Uhr
Rathaus Schöneberg, 1. OG, Kennedy-Saal


Prof. Dr. Monika Kopplin
(Direktorin Museum für Lackkunst Münster):

„Ein Phönixschirm für das Berliner Schloss“

 Moderation: Dr. Guido Hinterkeuser

Es ist dem Großen Kurfürsten und seinem Interesse an Ostasien zu verdanken, dass 1687 in Berlin die europaweit erste auf Lack spezialisierte Hofwerkstatt ins Leben gerufen wurde. Als Spezialisten berief er Gérard Dagly aus Spa, der es wie kein anderer seines Fachs verstand, die ostasiatischen Vorbilder, ihre Ziertechniken, Motive und Gestaltungsmerkmale mit europäischen Mitteln umzusetzen. Zu Daglys frühesten fassbaren Werken zählt das zwischen 1690 und 1695 in das Berliner Schloss eingebaute Kabinett aus den Tafeln zweier Stellschirme in Koromandellack – einer davon ein Phönixschirm. Dieses „Chinesische Zimmer“ ging Ende des Zweiten Weltkriegs zugrunde. Nach dem 2017 geglückten Erwerb eines Phönixschirms durch die Ernst von Siemens Kunststiftung soll mit ihm im Humboldt-Forum an das verlorene Lackkabinett und Daglys Bedeutung für die Berliner Kunst um 1700 erinnert werden.

Stellschirm

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