Das Berliner Schloss – mehr als nur Fassade

Vortrags- und Diskussionsreihe der Gesellschaft Berliner Schloss e.V.


Die Teilrekonstruktion des Berliner Schlosses schreitet mächtig voran. Schon jetzt ist der Beitrag der akribisch wiederhergestellten Barockfassaden zur Reparatur des historischen Stadtbildes unübersehbar. Außerdem wird mit dem sogenannten Schlüterhof eine der bedeutendsten Schöpfungen der europäischen Barockarchitektur wiedererstehen. Dagegen wird im Inneren des Humboldt-Forums fast nichts an die einstige Hohenzollernresidenz erinnern.

In ihrem Wirken und ihren Publikationen kritisiert die Gesellschaft Berliner Schloss e.V. seit Jahren, dass nicht einmal ansatzweise auch nur ein historischer Innenraum rekonstruiert wird und von den mehreren hundert Kunstwerken, die sich aus dem Berliner Schloss erhalten haben, nicht eines an seinen ursprünglichen Ort zurückkehren soll. Außerdem verweigern die derzeit aktuellen Planungen im Außenbereich die Anknüpfung an die gestalterisch überzeugende Vorkriegssituation. Immerhin lässt sich hier Bewegung erkennen, nachdem der Bund Mittel zur Rückführung des Neptunbrunnens bereitgestellt hat.

In ihrer 2016 begründeten Vortragsreihe „Das Berliner Schloss – mehr als nur Fassade“ diskutiert die Gesellschaft Berliner Schloss e.V. in loser Folge Themen, die das Berliner Schloss als historisches Ganzes in den Blick nehmen.


Der 4. Vortrag findet statt am:

Donnerstag, den 12. April 2018, um 19.00 Uhr
Rathaus Schöneberg, 1. OG, Kennedy-Saal


Saskia Hüneke:

„Das Potsdamer Landtagsschloss“

Moderation: Dr. Guido Hinterkeuser

Das Gebäude des Brandenburgischen Landtags am Alten Markt in Potsdam wurde 2009–2013 „in den Um- und Aufrissen des Potsdamer Stadtschlosses“ nach dem Entwurf des Dresdner Architekten Peter Kulka errichtet. Saskia Hüneke, Kustodin der Skulpturensammlung der SPSG und zugleich seit 1988 in der Potsdamer Stadtpolitik aktiv, wird den komplexen Meinungsbildungsprozess der politischen und denkmalfachlichen Ebenen darlegen und das Entstandene würdigen. Die bildlich-lebendige Erinnerung an die ehemals außergewöhnliche städtebauliche Qualität des Alten Marktes, die unbefriedigende Situation nach dem Abriss der Schlossruine 1960 und die 1993 einsetzende Erforschung der Bau- und Skulpturenfragmente waren im Planungs- und Baugeschehen in Beziehung zu funktionalen und ideologischen Anforderungen zu setzen. Von Beginn an bis heute spiegeln diese Prozesse, die selbst schon Zeitgeschichte werden, widersprüchliche Befindlichkeiten in der Gesellschaft wider. Im Rückblick ist es zudem möglich, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zum Berliner Schlossprojekt zu erkennen.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.